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SIZA – Unseen & Unknown

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Beschreibung

Katalog zur Ausstellung "SIZA – Ungesehenes & Unbekanntes"
In deutscher und englischer Sprache
200 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-944899-11-4


Álvaro Siza wurde 1933 geboren, im selben Jahr, in dem das Bauhaus seine Tore schloss. Er ist vielleicht der letzte noch lebende Modernist, zumindest aber die wichtigste Stimme, die das nicht vollendete modernistische Projekt bis ins 21. Jahrhundert hineinträgt. "Siza – Ungesehenes & Unbekanntes" zeigt diese Kontinuität, aber auch die unvermeidbaren Widersprüche, in 100 Zeichnungen. Diese stammen aus seinem ganz persönlichen Archiv sowie aus kleinen Sammlungen enger Freunde und Familienangehöriger. Ihr Schwerpunkt liegt daher nicht nur auf seinem beruflichen Vermächtnis, sondern auch auf dem familiären, in dem Maria Antónia Siza (1940–1973) im Mittelpunkt steht. Seine Frau zeichnete ihn, er zeichnete sie, und die liebende Umarmung des menschlichen Körpers zieht sich quer durch die Architektur, die Kunst, das Leben. In vielerlei Hinsicht entwickeln sich die Berninischen Falten von Maria Antónias Kleidern und Haaren in Sizas eigenen Tintenlinien weiter, und diese anthropomorphische Suche geht weit über ihren Tod – mit nur 32 Jahren – hinaus. Die Körper werden unaufhaltsam abstrakter, vergleichbar mit der Venus von Milo, die ihre Arme verliert und zu etwas mehr wird.
Diese Arme vervielfältigen sich und kehren in den Arbeiten seines Sohnes, Álvaro Leite Siza (geb. 1962), als Architektur und Geometrie zurück. Vater und Sohn arbeiteten unabhängig voneinander an ähnlichen Themen: Mythologie und Religion, in denen das hellenische Heilig-Weibliche immer anwesend ist. Kutten fallen, Mönche und Nonnen verwandeln sich in sinnliche Figuren, die sich im Ehebett miteinander verflechten – wo Maria Antónia Abschied genommen hat und wo sich die Bedeutung von Familie offenbart. Die Zukunft liegt jetzt in den Händen eines Enkels, Henrique Siza (geb. 1992). Insgesamt ist jede Zeichnung ein Fenster in die Welt, sowohl buchstäblich als auch metaphorisch. Zusammen geben sie uns, wie ein fenêtre en longueur, Perspektiven unterschiedlicher Landschaften mit den Proportionen dessen, was in ihnen dargestellt wird, und mit dem Maßstab des Museums selbst, wie ein Bilderbuch in einem verdichteten Schatzkasten, der von der Menschheit bewohnt ist.

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